Ukrainekrieg: Kampagne –«Zurück zum Lernen – gemeinsam»

Sechs Monate nach Beginn des Kriegs in der Ukraine sind nach Schätzungen von UNICEF allein innerhalb des Landes rund drei Millionen Kinder dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Fast 1 000 Mädchen und Jungen wurden nach UN-Angaben getötet oder verletzt.

© UNICEF/UN0687107/

Auch die psychischen Belastungen sind für die Kinder gewaltig. Seit 180 Tagen leben die ukrainischen Mädchen und Jungen in großer Unsicherheit und sind großen Risiken von Gewalt, Ausbeutung und Missbrauch ausgesetzt. Schulen, Krankenhäuser und lebenswichtige zivile Infrastruktur wie die Wasserversorgung sind vielfach zerstört oder beschädigt.
Viele Kinder haben erlebt, wie Freunde oder Angehörige getötet oder verletzt wurden. Praktisch alle Kinder und Jugendlichen in der Ukraine brauchen dringend Unterstützung, um mit Stress, Angst, Trauer und Hoffnungslosigkeit umzugehen. Schulen und Gemeinschaftseinrichtungen wie die von UNICEF eingerichteten «Spilno»-Zentren sind ein Weg, ein Stück Normalität für die Mädchen und Jungen zurückzubringen.
Zwei Wochen vor Beginn des neuen ukrainischen Schuljahres hat UNICEF jetzt gemeinsam mit dem ukrainischen Ministerium für Bildung und Wissenschaft eine Kampagne gestartet, um den Kindern trotz der durch den Krieg verursachten Einschränkungen und Herausforderungen Lernmöglichkeiten zu geben.
Die Kampagne «Zurück zum Lernen – gemeinsam» (Back to Learning Together“) zielt darauf ab, das Recht eines jeden Kindes auf Bildung zu schützen, auch in Zeiten des Konflikts. Das Programm nutzt drei Wege, um Kindern Lernmöglichkeiten zu bieten - im Klassenzimmer, sofern die Sicherheit gegeben ist - aus der Distanz durch Online-Methoden und durch Interaktion mit anderen Kindern auf Gemeindeebene. Die erste Phase wird das Schuljahr 2022/ 2023 unterstützen, das am 1. September beginnen soll.
«Die Wiederaufnahme des Unterrichts im nächsten Monat wird den Kindern in der Ukraine nicht nur die Möglichkeit geben, ihre Ausbildung fortzusetzen, sondern auch ein wichtiges Gefühl der Normalität in diesen turbulenten Zeiten vermitteln», sagte der Leiter von UNICEF Ukraine, Murat Sahin.
Insgesamt 1 000 Schulen im ganzen Land sollen mit Schulmaterial für 450 000 Kinder versorgt werden. Die Schulen erhalten außerdem Decken, Taschenlampen, Erste-Hilfe-Kästen und Hygienesets. Zur Unterstützung des Online-Lernens wird UNICEF gemeinsam mit Partnern Materialien bereitstellen, die Pädagogen und Pädagoginnen beim Fernunterricht helfen. Ergänzt wird dies durch Webinare und Online-Tools zur psychosozialen Unterstützung von Lehrerpersonen, Kindern und Eltern. Mehr als 5 000 Laptops wurden den Lehrkräften in den betroffenen Regionen bereits im Sommer zur Verfügung gestellt, um weiteres Online-Lernen zu ermöglichen. UNICEF mobilisiert auch freiwillige Helferinnen und Helfer in 200 Gemeinden und schult jugendliche Freiwillige, um ihre Altersgenossen zu unterstützen.


Angesichts des großen Hilfsbedarfs in der Ukraine ruft UNICEF Schweiz und Liechtenstein weiter zu Spenden auf.