Klimagipfel muss Kinder in den Mittelpunkt stellen

Zum Start des Klimagipfels COP28 ruft UNICEF die Staats- und Regierungschefs und die internationale Gemeinschaft dringend auf, zukunftsweisende Schritte zu unternehmen, um einen lebenswerten Planeten zu erhalten. 

Mutter und Kind

Kinder müssen bei allen Entscheidungen im Mittelpunkt stehen, denn es geht um ihre Zukunft: Sie müssen besser vor den Folgen des Klimawandels geschützt werden, bei der Anpassung an eine sich verändernde Welt besser unterstützt werden und an allen Entscheidungen stärker beteiligt werden.

«Unser Erfolg oder Misserfolg bei der Bewältigung der Klimakrise wird an zwei Zahlen gemessen werden: Ob wir die 1,5-Grad-Marke am Leben halten können und ob wir es schaffen, die eine Milliarde Kinderleben zu schützen, die durch diese Krise gefährdet sind», sagt Kitty van der Heijden, Stellvertretende Exekutivdirektorin von UNICEF.

«Die Klimakrise verändert nicht nur den Planeten. Sie verändert Kinder. Körper und Geist von Kindern sind besonders anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels, und Kinder sind von dieser Krise, die sie nicht verursacht haben, überproportional betroffen.

Heute, 30 Jahre nach der Unterzeichnung des «UNFCCC» (Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen), werden die Bedürfnisse, Rechte und Perspektiven von Kindern in der Klimapolitik, bei Massnahmen und Investitionen auf allen Ebenen fast völlig vernachlässigt. Die Klimakonferenz COP28 kann hier Abhilfe schaffen. Die Delegierten müssen den besonderen Bedürfnissen und Rechten von Kindern und Jugendlichen die verdiente Priorität einräumen und Kinder in den Mittelpunkt der COP28-Ergebnisse stellen», so Kitty van der Heijden.

Konkrete Forderungen zum Weltklimagipfel COP28:

  • Die zentrale Rolle von Kindern und ihren Rechten muss im COP28-Abschlussdokument hervorgehoben und die Etablierung eines Expertendialogs über Kinder und Klimawandel festgehalten werden.
  • In dem wichtigen Referenzdokument der Globalen Bestandsaufnahme (Global Stocktake) müssen Kinder und Generationengerechtigkeit eingebettet werden.
  • Kinder und klimaresistente Versorgungssysteme müssen in die endgültige Entscheidung über das globale Anpassungsziel (Global Goal for Adaptation, GGA) einfliessen.
  • Es muss sichergestellt werden, dass der neue «Loss and Damage»-Fonds und die Finanzierungsvereinbarungen kindgerecht sind und die Kinderrechte in den Governance- und Entscheidungsprozess des Fonds eingebettet sind.

Über die COP28 hinaus fordert UNICEF die Beteiligten auf, Massnahmen zu ergreifen, die das Leben, die Gesundheit und das Wohlergehen von Kindern schützen – unter anderem die Anpassung grundlegender sozialer Angebote, die Befähigung aller Kinder, sich für die Umwelt einzusetzen, und die Einhaltung internationaler Abkommen zu Nachhaltigkeit und Klimawandel einschliesslich einer umgehenden Reduzierung der Emissionen.

Zahlen und Fakten zu den Auswirkungen der Klimakrise auf Kinder:

  • Weltweit leben etwa eine Milliarde Kinder – fast die Hälfte der 2,2 Milliarden Mädchen und Jungen weltweit – in einem der 33 Länder, die aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels als «extrem stark gefährdet» gelten. (Quelle: UNICEFs Klima-Risiko-Index für Kinder)
  • Jedes dritte Kind weltweit – 739 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren – lebt laut dem aktuellen UNICEF-Bericht «Climate Changed Child» in Regionen, die unter hoher oder sehr hoher Wasserknappheit leiden. Durch den Klimawandel droht sich die Situation weiter zu verschärfen.
  • Kinder sind besonders gefährdet: Ihre Körper sind anfälliger zum Beispiel für Hitze, Luftverschmutzung oder Krankheiten, die durch verschmutztes Wasser übertragen werden. (Quelle: Report «Climate Changed Child», November 2023)
  • Jedes Jahr wird die Bildung von 40 Millionen Kindern und Jugendlichen unterbrochen in Folge von Katastrophen, die durch den Klimawandel verschlimmert werden. (Quelle: ebenda)
  • Rund 43 Millionen Mal wurden in den sechs Jahren zwischen 2016 und 2021 Kinder in Folge von wetterbedingten Katastrophen wie Überschwemmungen, Stürmen, Dürren und Waldbränden aus ihrem Zuhause vertrieben. Das sind rund 20 000 Vertreibungen von Kindern pro Tag. (Quelle: UNICEF Report «Children Displaced in a Chaning Climate», Oktober 2023)

Service für Redaktionen:
Fotos und Videomaterial von UNICEF zu Kindern und Klimakrise sind hier verfügbar.

UNICEF arbeitet mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zusammen, die sich als Klima-Aktivisten engagieren. Einige von ihnen stammen aus Ländern, die vom Klimawandel am stärksten betroffen sind. Gerne unterstützt UNICEF bei der Vermittlung von Interviews.

Am 6. Dezember findet während der COP28 eine Jugend-Pressekonferenz statt: 10-10.30am GST | Press Conference Room 1, Zone B8

Mitglieder der UNICEF-Delegation stehen ebenfalls für Interviews zur Verfügung.

Kontakt für Medien bei der COP28:
Tess Ingram, COP28 media lead,
Tel: +1 934 867 7867, tingram@unicef.org

Kontakt für Medien bei UNICEF Schweiz und Liechtenstein:
Jürg Keim, Mediensprecher,
044 317 22 41, j.keim@unicef.ch


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